Typische SD-Karten-Probleme

  • Karte wurde versehentlich in der Kamera formatiert oder Fotos wurden gelöscht
  • Karte wird als "RAW" oder "nicht formatiert" erkannt, obwohl vorher Daten drauf waren
  • Karte wird vom PC oder der Kamera gar nicht mehr erkannt
  • Schreibschutz-Schalter an der Seite der Karte wurde aus Versehen aktiviert

Wichtig: Nutzen Sie die SD-Karte ab jetzt nicht mehr in der Kamera oder im Handy und nehmen Sie keine neuen Fotos oder Videos auf. Jede weitere Nutzung kann gelöschte Dateien überschreiben und die Rettungschancen verringern.

Schritt für Schritt zur Datenrettung

Schreibschutz-Schalter prüfen

Viele SD-Karten haben seitlich einen kleinen Schalter. Steht er auf "Lock", verweigert das Gerät oft jeden Zugriff – das lässt sich mit einem Klick beheben, bevor an ernstere Ursachen gedacht wird.

Karte an einem anderen Gerät testen

Stecken Sie die Karte über einen Kartenleser direkt in einen Computer, statt sie in der Kamera zu prüfen. So lässt sich ausschließen, dass der Kamera-Slot oder das Kabel die Ursache ist.

Karte keinesfalls formatieren

Wenn Windows oder macOS beim Einstecken zur Formatierung auffordert, diese Aufforderung ablehnen. Eine Formatierung erleichtert dem Betriebssystem den Zugriff, macht die Rettung bestehender Dateien aber schwieriger.

1:1-Abbild der Karte erstellen

Bevor eine Rettungssoftware zum Einsatz kommt, empfiehlt sich ein Image (Sektorkopie) der Karte auf die Festplatte. So kann bei weiteren Versuchen jederzeit mit einer unveränderten Ausgangsbasis gearbeitet werden.

Datenrettungssoftware auf das Abbild anwenden

Eine Rettungssoftware durchsucht die Karte (bzw. das erstellte Image) nach wiederherstellbaren Datei-Signaturen und listet gefundene Fotos, Videos und Dokumente zur Vorschau auf.

Wenn die Karte physisch beschädigt ist

Sind die goldenen Kontakte der SD-Karte sichtbar verbogen, verschmutzt oder korrodiert, oder ist das Kartengehäuse geknickt beziehungsweise gesplittert, hilft Software in der Regel nicht weiter. In solchen Fällen sollte die Karte nicht mehr angeschlossen werden, da mechanischer Druck die Speicherchips endgültig zerstören kann. Ein spezialisiertes Datenrettungslabor kann die Chips teils direkt auslesen – diese Option ist aufwendiger und kostenintensiver, aber oft die einzige Möglichkeit bei physischen Schäden.

Häufige Fragen

Nicht zwangsläufig. Beim Formatieren wird in der Regel nur der Verzeichniseintrag der Karte gelöscht, die eigentlichen Bilddaten bleiben oft bestehen, bis sie durch neue Aufnahmen überschrieben werden. Solange die Karte danach nicht weiter benutzt wird, stehen die Chancen auf Wiederherstellung gut.

"RAW" bedeutet hier nicht das Bildformat, sondern dass das Dateisystem der Karte (z. B. FAT32 oder exFAT) beschädigt oder nicht lesbar ist. Das Betriebssystem erkennt die Karte zwar als Speichermedium, kann aber keine Ordnerstruktur mehr auslesen. Die Fotos selbst können trotzdem noch vorhanden sein.

Bei logischen Problemen wie versehentlichem Löschen oder einer RAW-Anzeige lässt sich das häufig mit einer Rettungssoftware wie Recoverit von Wondershare selbst versuchen, die per Vorschau anzeigt, welche Dateien wiederherstellbar sind. Bei sichtbaren mechanischen Schäden an der Karte ist dagegen ein Fachlabor die sicherere Wahl.